Es gibt Augenblicke, in denen man vor die Wahl gestellt ist, sein eigenes Leben zu leben, voll und ganz und schrankenlos oder sich mit einem falschen, verlogenen und verborgenen Dasein abzuschleppen, wie es die Welt in ihrer Heuchelei von uns fordert

Oscar Wilde in Lady Windermeres Fächer

Mit diesen Worten versucht Lord Darlington die Titelheldin aus Oscar Wildes Bühnenstück Lady Windermeres Fächer für sich zu gewinnen. Lady Windermere ist verheiratet, befürchtet aber, ihr Gatte habe eine Affäre. Hin und her gerissen zwischen den kränkenden Gerüchten und den starken Gefühlen für ihren Mann, steht sie kurz davor, sich von Lord Darlingtons Worten einlullen zu lassen und ihm hinzugeben. Wird sie ihr eigenes Leben leben? Oder sind die Dinge gar völlig anders als sie es glaubt?

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Das einzig sinnvolle Entscheidungskriterium ist Ihr eigenes Leben

David Schnarch in Die Psychologie sexueller Leidenschaft

In seinem Buch Die Psychologie sexueller Leidenschaft, einem Meilenstein der Sexualforschung, plädiert der amerikanische Psychologe David Schnarch dafür, die Entscheidungen stets nur am eigenen Leben auszurichten. Das ist keine Ermunterung zum puren Egoismus, im Gegenteil. Es geht vielmehr lediglich darum, jede Entscheidung an den eigenen Vorstellungen und Werten zu orientieren, und nicht die Werte anderer unreflektiert zu übernehmen. Dazu tendieren vor allem Paare, da sie die emotionale Verschmelzung als etwas sehr positives erleben, so aber verhindern, ein eigenständiges Selbst zu pflegen. Ein eigenständiges Selbst ist jedoch die Voraussetzung für ein gelungenes Leben.

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