Zitate zum Thema “Amerika”

England und Amerika haben heutzutage alles gemeinsam, die Sprache natürlich ausgenommen

Oscar Wilde in Das Gespenst von Canterville

Über Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen England und Amerika philosophiert Oscar Wilde im ersten Kapitel seiner Erzählung Das Gespenst von Canterville (1887). Darin lässt der irische Autor einen amerikanischen Botschafter das englische Schloss Canterville kaufen, in dem es spukt. Der moderne und pragmatische Mr. Otis lässt sich keinesfalls von einem Gespenst beeindrucken. Statt in Angst und Schrecken zu verfallen, schafft es die Familie des Diplomaten den Hausgeist zur Verzweiflung zu bringen, denn was ist ein Gespenst schon wert, wenn es nicht als unheimlich wahrgenommen wird? Mit der nüchternen Einstellung zur parapsychologischen Phänomenen deutet Oscar Wilde Unterschiede in der Geisteshaltung von Amerikanern und Engländern, die dem obigen Zitat geradezu widersprechen. Die Lektüre dieser witzigen und märchenhaften Erzählung lohnt dennoch.

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Kaufen ist sehr viel amerikanischer als Denken

Andy Warhol in Die Philosophie des Andy Warhol von A bis B und zurück

Im letzten Kapitel seiner Gedankensammlung Die Philosophie des Andy Warhol von A bis B und zurück beschäftigt sich der Künstler mit dem Thema Shopping. Das Thema hält er für besonders amerikanisch, wie er mit den obigen Worten zum Ausdruck bringt. Dann ergänzt er, was Amerikaner am liebsten kaufen: Leute, Geld, Länder. Und was kauft Andy Warhol am liebsten? Unterwäsche.

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In Amerika ist es von jeher so, dass auch der reichste Verbraucher im wesentlichen das gleiche kauft wie der ärmste. Du siehst Coca-Cola im Fernsehen und kannst sicher sein, dass der Präsident seine Cola trinkt, dass Liz Taylor Cola trinkt und du selber kannst auch eine Cola trinken!

Andy Warhol in Die Philosophie des Andy Warhol von A bis B und zurück

In seiner autobiographischen Philosophie des Andy Warhol von A bis B und zurück outet sich der Pop-Art-Künstler als großer Amerika-Fan. Das Tolle an dem Land sei, dass im Grunde sowohl die reichen als auch die armen Amerikaner die gleichen Güter konsumieren können. Damit beschränkt Warol die Gleichheit auf den Konsum, und man darf sich bei seinem Cola-Beispiel fragen, ob seine Naivität gespielt ist. Würde man Cola durch Champagner oder Krankenversicherung ersetzen, würde die Gleichung des obigen Zitats nicht mehr aufgehen.

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Viele Amerikanerinnen tun, wenn sie ihr Vaterland verlassen, als litten sie an irgendeinem chronischen Übel, und meinen, das sei eine Form europäischer Verfeinerung

Oscar Wilde in Das Gespenst von Canterville

In seinem Werk ließ sich der irische Schriftsteller Oscar Wilde immer wieder nicht nehmen gegen Amerikaner zu sticheln. So auch im ersten Kapitel seiner Erzählung Das Gespenst von Canterville, in dem sich das obige Zitat findet. Allerdings beschreibt der Erzähler im Anschluss an diese Worte die Gattin des amerikanischen Botschafters als eine Frau, auf die diese Beschreibung nicht zutrifft. Als eine ganz und gar pragmatische Person lässt sie sich etwa von dem Gespenst des Hauses nicht aus der Fassung bringen.

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