Schon damals fürchtete man, dass Deutschland sich abschafft

Wolfgang Benz in Die Zeit (18.11.2010)

Mit dieser Anspielung auf das Buch Deutschland schafft sich ab von Thilo Sarrazin möchte der Historiker Wolfgang Benz auf Ähnlichkeiten zwischen heutigen antiislamischen Äußerungen und dem Antisemitismus der NS-Zeit hinweisen. In einem Interview der Wochenzeitung Die Zeit führt er aus, dass jeder Genozid zunächst auf der Verbreitung von Vorurteilen basiert. Diese werden nach dem Muster „der kategorialen Zuschreibung von Eigenschaften zu einer bestimmten Gruppe“ geschürt. So leitete man im Antisemitismus die Bösartigkeit der Juden aus ihrer Religion und ihrem Charakter ab. Seit einiger Zeit wird in der Öffentlichkeit der Islam zum Feindbild aufgebaut. „Abermals wird eine religiöse Gruppe mit bestimmten Eigenschaften belegt, die aus Glaube und Kultur abgeleitet werden.“, fasst der Historiker Benz zusammen.

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