Eine Ware scheint auf den ersten Blick ein selbstverständliches, triviales Ding. Ihre Analyse ergibt, dass sie ein sehr vertracktes Ding ist, voll metaphysischer Spitzfindigkeit und theologischer Mucken

Karl Marx in Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie (Band I)

Mit diesen Worten eröffnet Karl Marx das Kapitel Der Fetischcharakter der Ware und sein Geheimnis im ersten Band von Das Kapital. Der Warenfetischismus beruht darauf, dass in der kapitalistischen Gesellschaft der Warentausch die sozialen Beziehungen der Tauschenden repräsentiert. Anders ausgedrückt: wenn sie ein Produkt kaufen, dann tun Sie das womöglich nicht nur, weil sie dieses Produkt brauchen, um eines ihrer Bedürfnisse damit zu stillen. Sie kaufen es auch, um anderen ihre Bedeutung in der Gesellschaft zu signalisieren. Der Besitz dieses Produktes stellt sie z.B. als einen wohlhabenden Menschen dar (wenn sie ein Auto der Oberklasse kaufen) oder als einen Intellektuellen (wenn sie eine Buchrarität erwerben). Konsum wird also zum Fetisch, wenn man Produkte nicht um ihrer selbst willen kauft, sondern wenn man mit dem Kauf eine Wirkung auf die Mitmenschen erzielen will.

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