Was ist der einzige Unterschied zwischen einem Heiligen und einem Sünder? Jeder Heilige hat eine Vergangenheit, und jeder Sünder hat eine Zukunft

Oscar Wilde in Eine Frau ohne Bedeutung

Dieses Zitat stammt von Oscar Wilde. In seiner Komödie Eine Frau ohne Bedeutung lässt er Lord Illingworth im dritten Akt über den Unterschied zwischen Heiligen und Sündern philosophieren. Illingworth, ein bekennender Dandy, hat natürlich auch eine Vergangenheit und diese wird seinem angehenden Sekretär Gerald Arbuthnot eines Tages schmerzlich bewusst. Aber ist Illingworth nun ein Heiliger? Er ist jedenfalls kein Saul, der zum Paul wird, um ein berühmtes Beispiel eines Heiligen mit Vergangenheit zu bemühen.

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Wie die Pflege eines Gartens erfordert auch die Entwicklung unseres Selbstwertgefühls ständige Bemühung

Glenn Schiraldi in Arbeitsbuch Selbstachtung

Dieses Zitat befindet sich im Vorwort zum Arbeitsbuch Selbstachtung von Dr. Glenn Schiraldi. Darin unterbreitet der amerikanische Psychologe ein an der University of Maryland erprobtes Programm zur Steigerung des Selbstwertgefühls. Das Programm ist für 125 Tage angelegt und erfordert, wie den obigen Worten zu entnehmen, ständige Bemühung. Ein hohes Selbstwertgefühl lässt sich dauerhaft nur erreichen, wenn bestimmte Fertigkeiten erworben und regelmäßig angewandt werden, das theoretische Wissen reicht dafür nicht aus. Dr. Schiraldi empfiehlt daher, das Buch langsam zu lesen, und die Lektüre erst dann fortzusetzen, wenn einzelne Kapitel und die dazugehörigen Übungen tatsächlich durchgearbeitet wurden.

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Eine Bar ist nichts als die Fortsetzung der Bibliothek mit weniger trockenen Mitteln

Peter Richter in Über das Trinken

Dieses Zitat ist in Peter Richters amüsantem und erhellendem Traktat Über das Trinken zu finden. Darin unternimmt der Schriftsteller und Feuilletonist der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung den Versuch, das Trinken als Kulturgut darzustellen. Denn in der abendländischen Historie tranken sie alle: Philosophen und Schriftsteller, Staatsmänner und Politiker. Schriftstücke von Platons Symposion bis Dostojewskis Schuld und Sühne sind getränkt mit Alkohol. Daher der mit den obigen Worten heraufbeschworene Vergleich zwischen Bar und Bibliothek. Wenn Sie sich demnächst wieder berauschen wollen, greifen Sie doch zu Richters Buch und genehmigen Sie sich dazu einen guten Wein (oder was Sie sonst gern trinken).

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Großzügigkeit besteht vor allem aus einem inneren Geben; sie ist ein Gefühlszustand, eine Bereitschaft, das eigene Sein mit der Welt zu teilen

Jon Kabat-Zinn in Im Alltag Ruhe finden

Dieses Zitat über Großzügigkeit stammt von dem amerikanischen Meditationsexperten Jon Kabat-Zinn. In seinem Buch Im Alltag Ruhe finden, in dem die obigen Worte zu finden sind, zählt er Eigenschaften auf, die die Meditationspraxis unterstützen. Eine dieser Eigenschaften ist Großzügigkeit, bei der es aber weniger darum geht, Geld oder materielle Güter zu verschenken. Vielmehr beginnt Großzügigkeit damit, sich und andere mit der Präsenz des Selbst zu bereichern, anderen etwa mit Vitalität, Enthusiasmus, Offenheit und Vertrauen zu begegnen. Es geht also darum, sich selbst mit der Welt zu teilen.

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Lesen ist Lebensverlängerung

Wilhelm Schmid in Glück

Auf diese knappe Definition bringt der Berliner Philosoph Wilhelm Schmid das Lesen. Das Zitat entstammt seiner kurzen und kurzweiligen Schrift Glück, in der er der Frage nachgeht, welche Formen des Glücks es gibt und wie man sie erreichen kann. Da manche Menschen ein besonders langes Leben als Glück erachten, regt Schmid zum Lesen an. Denn Lesen macht intelligenter, und intelligente Menschen leben länger. Diesen Zusammenhang bewies auch eine britische Langzeitstudie, die der Philosoph zitiert.

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Die Zeit- und Aufmerksamkeitstechnik Multitasking stellt keinen zivilisatorischen Fortschritt dar

Byung-Chul Han in Müdigkeitsgesellschaft

Dieses Zitat entstammt der Schrift Müdigkeitsgesellschaft des Karlsruher Professors für Philosophie und Medientheorie Byung-Chul Han. Darin charakterisiert Han das Multitasking als einen zivilisatorischen Regress. Er argumentiert, dass das Multitasking mit seiner breiten, aber flachen Aufmerksamkeit bei Tieren in der freien Wildbahn weit verbreitet ist. Beim Fressen müssen Tiere etwa Artgenossen von der Beute fernhalten, gleichzeitig ihren Nachwuchs bewachen und zusehen, dass sie selbst nicht gefressen werden. Die Wahrnehmung dieser vielfältigen Aufgaben verhindert, dass Tiere zur Kontemplation fähig sind. Die Menschheit verdankt ihre kulturellen Leistungen aber gerade dieser kontemplativen Fähigkeit. Das Multitasking bedroht also unsere kulturelle Weiterentwicklung.

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Mich dünkt, ich wittre Morgenluft

William Shakespeare in Hamlet

Dieses Zitat stammt aus William Shakespeares Tragödie Hamlet. Die Worte werden von Hamlets totem Vater gesprochen, der als Geist nur bis zum Morgengrauen Zeit hat, sich seinem Sohn zu zeigen. Dass er die Morgenluft wittert, sind für ihn also schlechte Nachrichten. Im heutigen Sprachgebrauch wird das Zitat verwendet, wenn man andeuten will, dass sich die Lage zu bessern scheint, also ganz im Gegensatz zum ursprünglichen Kontext.

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