Man hat manchmal große Mühe, sich wach zu halten, insbesondere in der Kirche

Oscar Wilde in Das Gespenst von Canterville

Das Gespenst von Canterville, das Oscar Wildes erster Erzählung den Titel gab, hat 300 Jahre nicht geschlafen. Im fünften Kapitel begegnet die kleine Virginia dem Hausgeist des Schlosses von Canterville und staunt über diese lange Schlaflosigkeit, denn sie hat im Unterschied zu dem Gespenst eher Probleme mit dem Wachbleiben, insbesondere in der Kirche. Die Langeweile einer Messe ist für das Kind wesentlich ermüdender als die Unterhaltung mit dem Geist, dem sie als einziger Hausbewohner mit Mitgefühl begegnet. Virginias Familie bleibt von dem Gespenst und seinen Versuchen, sie in Angst und Schrecken zu versetzen, unbeeindruckt und stürzt es damit in eine tiefe Identitätskrise. Gespenster sind auch nur Menschen, möchte man während der Lektüre meinen.

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