So etwas wie ein moralisches oder unmoralisches Buch gibt es nicht. Bücher sind gut geschrieben oder schlecht geschrieben, weiter nichts

Oscar Wilde in Das Bildnis des Dorian Gray

Diese Behauptung stellt Oscar Wilde im Vorwort zu seinem Roman Das Bildnis des Dorian Gray auf. Über die Frage, ob Bücher nun moralisch oder unmoralisch sein können, lässt sich gewiss streiten. Das Interessante an Oscar Wildes Behauptung ist aber vor allem, dass sie ausgerechnet in einem Roman fällt, dessen Inhalt seinerzeit als anrüchig galt und zur Wildes Verurteilung wegen Unzucht beitrug. Wilde verteidigt seine These übrigens im 19. Kapitel des Romans erneut und zwar mit den Worten: „Die Bücher, die die Welt unmoralisch nennt, sind solche, die der Welt ihre eigene Schande zeigen, weiter nichts.“

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