Philosophie Zitate:

Es ist besser, ein unzufriedener Mensch zu sein als ein zufriedenes Schwein

John Stuart Mill in Utilitarismus

Dieses Zitat stammt aus der Schrift Utilitarismus, die der englische Philosoph John Stuart Mill im Jahre 1861 verfasste. Mill unterscheidet darin verschiedene Kategorien des Glücks. So unterscheidet er zwischen den Grundbedürfnissen und Lüsten, die Menschen und Tiere gemeinsam haben, etwa Hunger, Durst und Sexualtrieb und höheren geistigen Bedürfnissen, wie etwa Wissens- und Erkenntnisdrang, das Menschen vorbehalten ist. Mit dem obigen Zitat macht er darauf aufmerksam, dass Menschen eben nicht glücklich werden können, wenn sie lediglich den Grundbedürfnissen oder sinnlichen Freuden nachjagen, denn damit wären sie nur glückliche Tiere.

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Die Wahrheit ist: Es gibt keine verbindliche, einheitliche Definition des Glücks

Wilhelm Schmid in Glück

Diese nüchterne Erkenntnis stammt von Wilhelm Schmid. In seinem Buch Glück macht der Philosoph vielmehr deutlich, dass Glück stets ein subjektives Erlebnis ist und dass es gleich mehrere “Glücke” gibt. Dazu zählt Schmid das Zufallsglück, das Wohlfühlglück sowie das Glück der Fülle. Während es sich beim Zufallsglück um unerwartete, vorteilhafte Ereignisse handelt, wird mit dem Wohlfühlglück vor allem die Maximierung der Lust assoziiert. Hinter dem Glück der Fülle steckt dagegen das Erlebnis von Sinn. Nur ein Leben, das als sinnvoll erlebt wird, kann dauerhaftes Glück vermitteln, so der Philosoph aus Billenhausen.

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Lesen ist Lebensverlängerung

Wilhelm Schmid in Glück

Auf diese knappe Definition bringt der Berliner Philosoph Wilhelm Schmid das Lesen. Das Zitat entstammt seiner kurzen und kurzweiligen Schrift Glück, in der er der Frage nachgeht, welche Formen des Glücks es gibt und wie man sie erreichen kann. Da manche Menschen ein besonders langes Leben als Glück erachten, regt Schmid zum Lesen an. Denn Lesen macht intelligenter, und intelligente Menschen leben länger. Diesen Zusammenhang bewies auch eine britische Langzeitstudie, die der Philosoph zitiert.

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Die Zeit- und Aufmerksamkeitstechnik Multitasking stellt keinen zivilisatorischen Fortschritt dar

Byung-Chul Han in Müdigkeitsgesellschaft

Dieses Zitat entstammt der Schrift Müdigkeitsgesellschaft des Karlsruher Professors für Philosophie und Medientheorie Byung-Chul Han. Darin charakterisiert Han das Multitasking als einen zivilisatorischen Regress. Er argumentiert, dass das Multitasking mit seiner breiten, aber flachen Aufmerksamkeit bei Tieren in der freien Wildbahn weit verbreitet ist. Beim Fressen müssen Tiere etwa Artgenossen von der Beute fernhalten, gleichzeitig ihren Nachwuchs bewachen und zusehen, dass sie selbst nicht gefressen werden. Die Wahrnehmung dieser vielfältigen Aufgaben verhindert, dass Tiere zur Kontemplation fähig sind. Die Menschheit verdankt ihre kulturellen Leistungen aber gerade dieser kontemplativen Fähigkeit. Das Multitasking bedroht also unsere kulturelle Weiterentwicklung.

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Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit

Erasmus von Rotterdam in Lob der Torheit

Diese These vertritt der Universalgelehrte Erasmus von Rotterdam in seiner satirischen Schrift Lob der Torheit aus dem Jahr 1509. Erasmus, heute Namenspatron einer niederländischen Universität und eines europäischen Kulturpreises, setzt sich in seiner Schrift für eine Aufwertung der Verrücktheit ein, denn sie sei als Gegenpol zur Vernunft ebenso eine schöpferische Kraft. Gleichzeitig aber hält er der Gesellschaft seiner Zeit vor, sie würde Vernunft und Verrückheit gern verwechseln und kritisiert so etliche Institutionen darunter auch Kirche und Wissenschaft.

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Ich lasse gern einen breiten Rand an meinem Leben

Henry David Thoreau in Walden

Der amerikanische Schriftsteller und Philosoph Henry David Thoreau plädiert in seinem Buch Walden aus dem Jahr 1854 für eine mehrdimensionale Lebensführung. Das Buch schildert seine Erfahrungen von einem zurückgezogenen Leben am Walden-See, das er etwa zwei Jahre lang führte. In dieser Zeit konnte Thoreau mit viel Achtsamkeit diverse Formen des Lebens auskosten und gelang zu der Überzeugung, dass Menschen hinter dem ständigen Zwang etwas tun zu müssen, das eigentliche Leben verpassen.

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Nur der, der den Umgang mit sich selbst zu gestalten weiß, ist fähig zur Gestaltung des Umgangs mit anderen

Wilhelm Schmid in Mit sich selbst befreundet sein

Der Berliner Philosoph Wilhelm Schmid widmet sich in seinem Buch Mit sich selbst befreundet sein dem Thema Selbstbeziehung. Auch wenn die heutige Gesellschaft daran kränkelt, dass immer weniger Menschen beziehungsfähig sind, ist gerade der Blick auf die Beziehung des Menschen zu sich selbst nötig. Denn es ist der falsche Umgang mit sich selbst, der dazu führt, dass der Umgang mit anderen Menschen schwierig wird. Wie eine gesunde Selbstbeziehung aussehen könnte, eine Beziehung also, die einen angemessenen Platz zwischen den Polen Selbstsucht und Selbstaufgabe findet, schildert der Philosoph in seinem anregenden Buch.

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