Literatur Zitate:

Ich kann allem widerstehen, nur nicht der Versuchung

Oscar Wilde in Lady Windermeres Fächer

Dieses Geständnis legt Lord Darlington Lady Windermere gegenüber ab, während seines Besuchs in ihrer Londoner Residenz. Mit dem Besuch beginnt Oscar Wilde den ersten Akt des Gesellschaftsdramas Lady Windermeres Fächer, in dem der irische Autor die viktorianischen Moralvorstellungen satirisch beleuchtet. Lord Darlington schwärmt übrigens für die Titelheldin, doch seine Komplimente stoßen bei Lady Windermere auf Ablehnung.

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Wenn wir glücklich sind, sind wir immer gut, aber wenn wir gut sind, sind wir nicht immer glücklich

Oscar Wilde in Das Bildnis des Dorian Gray

Im sechsten Kapitel von Oscar Wildes Roman Das Bildnis des Dorian Gray führen der titelgebende Jüngling und Lord Henry eine ihrer zahlreichen Konversationen. Diesmal ist Glück das Thema. Während Lord Henry mit den obigen Worten auf den Zusammenhang zwischen Glücklichsein und Gutsein hinweist, möchte Dorian Gray, dessen Körper nicht altert, wissen, was Gutsein bedeutet. Lord Henry antwortet: “Gut sein heißt in Harmonie mit sich selbst sein.”

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England und Amerika haben heutzutage alles gemeinsam, die Sprache natürlich ausgenommen

Oscar Wilde in Das Gespenst von Canterville

Über Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen England und Amerika philosophiert Oscar Wilde im ersten Kapitel seiner Erzählung Das Gespenst von Canterville (1887). Darin lässt der irische Autor einen amerikanischen Botschafter das englische Schloss Canterville kaufen, in dem es spukt. Der moderne und pragmatische Mr. Otis lässt sich keinesfalls von einem Gespenst beeindrucken. Statt in Angst und Schrecken zu verfallen, schafft es die Familie des Diplomaten den Hausgeist zur Verzweiflung zu bringen, denn was ist ein Gespenst schon wert, wenn es nicht als unheimlich wahrgenommen wird? Mit der nüchternen Einstellung zur parapsychologischen Phänomenen deutet Oscar Wilde Unterschiede in der Geisteshaltung von Amerikanern und Engländern, die dem obigen Zitat geradezu widersprechen. Die Lektüre dieser witzigen und märchenhaften Erzählung lohnt dennoch.

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Selbstsucht heißt nicht: so leben, wie man zu leben wünscht, sie heißt: von anderen verlangen, so zu leben, wie man zu leben wünscht

Oscar Wilde in Der Sozialismus und die Seele des Menschen

Eine interessante Definition der Selbstsucht liefert der irische Schriftsteller Oscar Wilde in seinem wenig bekannten Essay Der Sozialismus und die Seele des Menschen. Selbstsucht darf demnach nicht mit Individualismus gleichgesetzt werden. Nach seinen eigenen Wünschen zu leben, hält Wilde für durchaus erstrebenswert. Sobald wir allerdings anfangen, von anderen zu verlangen, sie mögen unsere Gedanken und Ansichten teilen, wenn wir uns also anmaßen, unsere Form des Lebens als die bessere oder gar einzig richtige aufzufassen, werden wir selbstsüchtig.  Selbstsucht ist demnach auch Intoleranz.

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Die meisten Menschen sind andere Menschen. Ihre Gedanken sind die Meinungen anderer, ihre Leben Nachahmungen, ihre Leidenschaften nur Zitate

Oscar Wilde in De Profundis

Der irische Schriftsteller Oscar Wilde verbrachte die Jahre 1895 bis 1897 wegen Unzucht (damals galt Homosexualität als Gesetzesbruch) in Haft. De Profundis ist ein Brief, den er während seiner Gefängnis-Zeit an seinen Liebhaber Alfred Douglas gerichtet, verfasste. 1905, fünf Jahre nach Oscar Wildes Tod, wurde der umfangreiche Brief als Buch verlegt und schildert die Qualen eines gebrochenen Künstlers. Dennoch war Oscar Wilde stets davon überzeugt, das richtige Leben zu führen. Denn es war ein selbstbestimmtes Leben, und keine Nachahmung.

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Pünktlichkeit stiehlt einem die Zeit

Oscar Wilde in Das Bildnis des Dorian Gray

Zu Beginn des vierten Kapitels von Oscar Wildes Das Bildnis des Dorian Gray lässt Lord Henry seinen Besucher Dorian Gray ganz schön lang auf sich Warten. Der Lebemann Henry verspätet sich aus Prinzip, denn er ist überzeugt, dass Pünktlichkeit einem die Zeit stiehlt. Dorian Gray ist gezwungen, sich die Zeit mit Zeitschriftenlektüre im Bibliothekszimmer zu vertreiben, und sieht es als verlorene Zeit an. Aber ist Warten immer gleichbedeutend mit vertaner Zeit?

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Es gibt mehr Ding im Himmel und auf Erden, als Eure Schulweisheit sich träumt

William Shakespeare in Hamlet

Die obigen Worte spricht Hamlet in der gleichnamigen Tragödie Shakespeares zu seinem Freund Horatio, nachdem der Geist seines ermordeten Vaters erscheint und Hamlet zur Rache auffordert. Im Original lautet das Zitat “There are more things in Heaven and Earth than are dream’t of in your Philosophy.” Der Dichter August Wilhelm von Schlegel, der Hamlet als erster ins Deutsche übertrug, machte dabei Philosophie zur Schulweisheit.

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