Oscar Wilde Zitate:

Selbstsucht heißt nicht: so leben, wie man zu leben wünscht, sie heißt: von anderen verlangen, so zu leben, wie man zu leben wünscht

Oscar Wilde in Der Sozialismus und die Seele des Menschen

Eine interessante Definition der Selbstsucht liefert der irische Schriftsteller Oscar Wilde in seinem wenig bekannten Essay Der Sozialismus und die Seele des Menschen. Selbstsucht darf demnach nicht mit Individualismus gleichgesetzt werden. Nach seinen eigenen Wünschen zu leben, hält Wilde für durchaus erstrebenswert. Sobald wir allerdings anfangen, von anderen zu verlangen, sie mögen unsere Gedanken und Ansichten teilen, wenn wir uns also anmaßen, unsere Form des Lebens als die bessere oder gar einzig richtige aufzufassen, werden wir selbstsüchtig.  Selbstsucht ist demnach auch Intoleranz.

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Die meisten Menschen sind andere Menschen. Ihre Gedanken sind die Meinungen anderer, ihre Leben Nachahmungen, ihre Leidenschaften nur Zitate

Oscar Wilde in De Profundis

Der irische Schriftsteller Oscar Wilde verbrachte die Jahre 1895 bis 1897 wegen Unzucht (damals galt Homosexualität als Gesetzesbruch) in Haft. De Profundis ist ein Brief, den er während seiner Gefängnis-Zeit an seinen Liebhaber Alfred Douglas gerichtet, verfasste. 1905, fünf Jahre nach Oscar Wildes Tod, wurde der umfangreiche Brief als Buch verlegt und schildert die Qualen eines gebrochenen Künstlers. Dennoch war Oscar Wilde stets davon überzeugt, das richtige Leben zu führen. Denn es war ein selbstbestimmtes Leben, und keine Nachahmung.

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Pünktlichkeit stiehlt einem die Zeit

Oscar Wilde in Das Bildnis des Dorian Gray

Zu Beginn des vierten Kapitels von Oscar Wildes Das Bildnis des Dorian Gray lässt Lord Henry seinen Besucher Dorian Gray ganz schön lang auf sich Warten. Der Lebemann Henry verspätet sich aus Prinzip, denn er ist überzeugt, dass Pünktlichkeit einem die Zeit stiehlt. Dorian Gray ist gezwungen, sich die Zeit mit Zeitschriftenlektüre im Bibliothekszimmer zu vertreiben, und sieht es als verlorene Zeit an. Aber ist Warten immer gleichbedeutend mit vertaner Zeit?

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Ich verabscheue die billige Härte abstrakter Sittensätze

Oscar Wilde in Das Gespenst von Canterville

Seitdem das Schloss Canterville von der Familie des amerikanischen Botschafters Mr. Otis bewohnt wird, hat das Hausgespenst kein einfaches Leben mehr. In Oscar Wildes Erzählung Das Gespenst von Canterville wächst die Verzweiflung des unheimlichen Mitbewohners von Kapitel zu Kapitel. Der Grund für diesen Gemütszustand: die Familie nimmt das Gespenst gar nicht als Bedrohung wahr. Was immer es versucht, um die Verwandten des Diplomaten zu erschrecken, endet in einem Fiasko. Und dann wirft das Mädchen der Familie dem Geist auch noch vor, es habe eine Sünde begangen! Da fällt dem gepeinigten Geist nichts anderes ein als das obige Zitat.

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Man hat manchmal große Mühe, sich wach zu halten, insbesondere in der Kirche

Oscar Wilde in Das Gespenst von Canterville

Das Gespenst von Canterville, das Oscar Wildes erster Erzählung den Titel gab, hat 300 Jahre nicht geschlafen. Im fünften Kapitel begegnet die kleine Virginia dem Hausgeist des Schlosses von Canterville und staunt über diese lange Schlaflosigkeit, denn sie hat im Unterschied zu dem Gespenst eher Probleme mit dem Wachbleiben, insbesondere in der Kirche. Die Langeweile einer Messe ist für das Kind wesentlich ermüdender als die Unterhaltung mit dem Geist, dem sie als einziger Hausbewohner mit Mitgefühl begegnet. Virginias Familie bleibt von dem Gespenst und seinen Versuchen, sie in Angst und Schrecken zu versetzen, unbeeindruckt und stürzt es damit in eine tiefe Identitätskrise. Gespenster sind auch nur Menschen, möchte man während der Lektüre meinen.

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Die Alte Welt ist so übervölkert, dass nicht genug schönes Wetter pro Kopf vorhanden ist

Oscar Wilde in Das Gespenst von Canterville

Das Zitat stammt aus Oscar Wildes erster Erzählung Das Gespenst von Canterville (1887). Im ersten Kapitel begegnet der Botschafter der Vereinigten Staaten Mr. Otis dem englischen Lord Canterville, dessen Schloss er erwerben möchte. Bei den Geschäftsverhandlungen gesteht der Lord, dass im Hause Canterville ein Gespenst sein Unwesen treibt. Darauf hin entwickelt sich zwischen den beiden ein kleiner Disput über die Unterschiede zwischen Amerikanern und Engländern, denn der nüchterne Diplomat hält nichts von übernatürlichen Erscheinungen. Genauso wenig Begeisterung entlockt ihm das englische Wetter, das er mit dem obigen Zitat kommentiert.

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Es gibt nur zwei Arten Menschen, die wahrhaft anziehend sind. Menschen, die ganz und gar alles wissen, und Menschen, die ganz und gar nichts wissen

Oscar Wilde in Das Bildnis des Dorian Gray

Als der Lebemann Lord Henry und der schöne Jüngling Dorian Gray ein Theaterstück sehen, in dem Sibyl Vane spielt, ist der Titelheld aus Oscar Wildes Roman Das Bildnis des Dorian Gray untröstlich. Er ist in Sibyl verleibt, doch es stellt sich heraus, dass sie eine schlechte Schauspielerin ist, ein wahrer Schock für sein Herz. Lord Henry versucht den Jüngling mit dem obigen Zitat zu trösten, doch Dorian fühlt sich nicht mehr zu Sibyl hingezogen.

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